Barfen

oder Katzen würden Mäuse kaufen

 
Lange Zeit bin ich um das Barfen herumgeschlichen. Man möchte für seine Fellnasen nur das Beste und sie ihr Leben lang so gesund und natürlich wie möglich ernähren.  
Bis jetzt fütterten wir hochwertiges Nassfutter. Ein Nassfutter mit einem hohen Fleischanteil, einer offenen Deklaration, keinem Zucker und ohne Getreide (von Reico). 

Doch auch hier gehen durch den Herstellungsprozess viele wichtige Nährstoffe verloren. Ich begann mich in das Thema Barfen einzulesen und glücklicherweise stellte ich fest, dass Barfen leichter als gedacht in den Alltag zu integrieren ist. 

Barfen (steht für biologisch artgerechte Rohfütterung) ist wohl die gesündeste und natürlichste Art Katzen zu füttern. 

Unsere Selkirk Rex erhalten jetzt ihr Futter in unverarbeiteten Zustand und nehmen somit ausschließlich natürliche Vitamine und Mineralstoffe zu sich. Mit Barfen stärken wir die Immunabwehr, das Fell wird schöner, weniger Plaque und Zahnstein entstehen und was auch nicht verkehrt ist, der Kot duftet nicht mehr durch das Haus 😊 

Katzen zu barfen ist auch die beste Methode, den verbreiteten Nieren- und Harnwegs-Problemen bei Katzen vorzubeugen.
 
Als ursprüngliche Wüstentiere sind ihre Instinkte darauf programmiert, Flüssigkeit über die Nahrung aufzunehmen. Dennoch müssen Katzen pro Tag zwischen 30 und 70 Milliliter Wasser zu sich nehmen. 

Bedenkt man, dass die Restfeuchtigkeit in Trockenfutter gerade einmal 10 bis 14 Prozent ausmacht, versteht man schnell, weshalb viele Katzen dehydriert sind – und langfristig unter Nieren- und Blasenerkrankungen leiden. 

Grundidee des Barfen


Würde die Katze einkaufen gehen, würden eigentlich nur Mäuse in ihrem Einkaufswagen landen. Damit hat sie alles für eine gesunde Ernährung.


Eine Maus besteht aus:

·         Durchwachsenem Muskelfleisch (enthält Protein und Eisen)

·         Innereien (enthalten Vit. A und Vit. D und B-Vit., Mineralstoffe, Spurenelemente)

·         Knochen (enthalten Calcium)

·         Rohfasern (Fell, Haut, Mageninhalt) (enthalten Ballaststoffe)

·         Taurin (Aminosäure, die die Katze über die Nahrung aufnehmen  muss)

·         Fett   
                                                                                   

Für das Barfen müssen wir die Maus nur „nachbauen“ und so die „Mausbestandteile“ ergänzen. Folgendes Rezept:

·         Proteine und Eisen – wir geben Rind, Huhn, Pute, Lachs, Thunfisch, Sardinen

·         Vit. A, Vit. D, B-Vit. – wir geben Herz, Leber, Niere einmal die Woche 

·         Calcium – wir geben gemahlene Eierschalen

·         Rohfasern – wir geben Leinsamen, Weizenkleie, Hirse, Vollkornhaferflocken

·         Taurin – wir geben Grünlippmuschel

·         Fett- wir geben Bio Hanföl, Lachsöl

·         Ergänzend alle 3 Tage ein rohes Eigelb oder ein gekochtes Ei, ab und an Hüttenkäse, Kefir und Quark

·         Bierhefe für ein schönes Fell

 

Bitte niemals rohes Schweinefleisch füttern. Dieses kann das Aujeszky-Virus enthalten, einen für Katzen tödlichen Virus.

Wenn Ihr auch mit dem Barfen beginnen möchtet, solltet Ihr langsam die Fütterung umstellen. Mischt das rohe Fleisch in kleinen Anteilen unter das bisherige Futter und steigert es über eine Woche hinweg.

Rezept zum Barfen

(Basisrezept, kann individuell auf verschiedene Fleischsorten umgewandelt werden)

Fleisch
1kg Rindermuskelfleisch (kann sehr gerne sehnig sein)

Vitamine und Aminosäuren

  • 250g Rinderherzen
  • 60g Rinderleber
  • 10g Bierhefe


Fette
1 Teelöffel Gänseschmalz
1-2 Kapseln Lebertran (geöffnet)

Mineralien
2 gut gemahlene Eierschalen
1/2 Teelöffel Meersalz

Ballaststoffe
30g gemahlene Kürbis- oder Sonnenblumenkerne  oder gemahlener Leinsamen (auch gut gegen Darmparasiten)

Zubereitung
Das Fleisch in Stücke schneiden und mit den anderen Zutaten vermischen. Auf die Tagesportionen verteilen und einfrieren. Vor dem Servieren im Kühlschrank auftauen lassen.

Tagesportion
30g Futter auf ein Kilogramm Körpergewicht.

Gelegentlich kann über die Tagesportion noch ein rohes oder gekochtes Eigelb gegeben werden.